Zu allererst

Du solltest als Anfänger immer zuerst den Landeplatz begutachten. Damit lässt sich schon eine etwaige Flugroute erahnen

  • Wo fliegst du Position, Gegenanflug, Queranflug, Endanflug?
  • Wie ist der Landeplatz beschaffen: Größe, Hindernisse, Gefälle?
  • Wo steht der Windsack? Häufig wird auch der Windsack vom Fluganfänger während des Fluges falsch gedeutet.
  • Wie stark weht der Wind? Wie muss ich fliegen wenn der Wind an Stärke zunimmt oder wenn er dreht?
  • Wo entstehen bei einer Windzunahme Leebereiche und damit Turbulenzen?
  • Wo gibt es Außenlandemöglichkeiten?
  • Informiere dich an der Schautafel am Landeplatz. Hier ist neben allgemeinen Informationen auch die Landeeinteilung dargestellt.

Sei rechtzeitig vor Flugbeginn am Landeplatz und gehe alle Punkte durch. Damit vermeidest du schon mal die größten Probleme bei der Landeeinteilung.
Natürlich landen Streckenflieger meist auch auf einem ihnen nicht bekannten Landeplatz, aber diese Piloten haben auch schon jahrelange Erfahrung.

Tipp: Nimm dir Zeit und beobachte unterschiedliche Piloten bei der Landeinteilung.

Bild 1: Rechtslandevolte bei Wind aus Werfenweng kommend

Bild 1: Rechtslandevolte bei Wind aus Werfenweng kommend

In Werfenweng fliegst du bei Wind aus West eine Rechtslandevolte, wie im Bild 1 beschrieben.

Die Landevolte = Aufteilung des Anfluges zur Landung

Die Landeeinteilung (Landevolte) mit Position, Gegen,- Quer,- und Endanflug für Para- und Hängegleiter wurde von der „großen Fliegerei“ übernommen und hilft dir den Punkt des Aufsetzens leichter zu bestimmen. Außerdem kannst du mit diesem System aus fast jeder Situation heraus noch eine sichere Landung durchführen. Speziell bei mehreren Piloten im Landeplatzbereich hat man bei der Landevolte die anderen Piloten gut im Blick und alle Flugbewegungen sind besser vorhersehbar.

In Deutschland sind Landeinteilungen mit „System“ auch luftrechtlich vorgeschrieben. Sofern am Landeplatz keine andere Landeeinteilung vorgeschrieben ist solltest du die Linksvolte fliegen. Links heißt in diesem Fall alles links herum. Du fliegst in der Position schon Linkskreise und in weiterer Folge drehst du links zum Gegenanflug und links in den Queranflug und schlussendlich links in den Endanflug.

Die Landeeinteilung wird bis etwa 20 km/h Windgeschwindigkeit geflogen darüber wird die Einteilung mittels Achterschlaufen gegen den Wind luvseitig geflogen.

Verfeinere die Einteilung immer wieder. Dadurch bekommst du ein Gefühl für die Höhe und den Winkel zum geplanten Landepunkt. Das menschliche Auge kann die Höhe nämlich schlecht abschätzen. Dies lässt sich eben mit der Winkelpeilung besser bewerkstelligen.

Auf dem Weg zum Landeplatz

Du hast es also geschafft. Nach den Mühen am Übungshang befindest du dich nun hunderte Meter über dem Boden. Schaust du zur Seite oder öffnest gar die Beine und blickst hindurch siehst du womöglich Autos aus dem Lego Land und Bäume so klein wie Streichhölzer.

Dein Fluglehrer beordert dich in der Regel bei den ersten Flügen immer direkt in Richtung Landeplatz und das ist für Anfänger auch wichtig. Andere Paragleiterpiloten fliegen in verschieden Richtungen und du musst gleich zum Landeplatz, warum?

Vielflieger haben die Bewegungsabläufe und Techniken automatisiert und können die richtigen Entscheidungen schneller und besser beurteilen. Du bist dazu noch nicht in der Lage. Daher fliege mit genügend Höhenreserve zum Landeplatz um die Windsituation in Ruhe zu beurteilen. Triff die Entscheidung wo du die Position fliegen musst, mache Leegebiete aus und fliege den Landeplatz luvseitig an. Je stärker der Wind desto weiter musst du dich im Luvbereich des Landeplatzes befinden. Eine besonders wichtige Regel: beobachte auf dem Weg zum Landeplatz den Windsack, andere Fahnen, andere Piloten oder vielleicht Rauch. Eventuell siehst du auch die helle aufgedrehte Seite der Blätter von Laubbäumen (sie zeigt entgegen der Windrichtung) oder bei Starkwind kannst du die Windrichtung auch auf einer Wasseroberfläche in der Nähe erkennen. (Tipp: Schaust Du dem Windsack im Endanflug ins Maul, ist was faul).

Neben der Abdrift helfen dir all diese Dinge, den Wind aus dem Flug heraus zu bestimmen. Ein Variometer mit GPS Funktion hilft hier ebenfalls. Ist der Wind am Landeplatz nur schwach ist es oft schwer eine eindeutige Windrichtung zu bestimmen. In diesem Fall überfliege den Landeplatz mit ausreichender Höhe und versuche die Richtung des Windes zu erkennen. Bei thermischen Flugbedingungen am Landeplatz wechselt der Wind am Landeplatz auch gerne.

Bild 2: Landepaltz für Gleitschirme und Drachen in Werfenweng

Bild 2: Landepaltz für Gleitschirme und Drachen in Werfenweng

Wenn du dich dann für eine Variante der Landeeinteilung entscheidest, solltest du nach Möglichkeit auch dabei bleiben. Dreht der Wind dann im letzten Moment, lande lieber mal mit Rückenwind auf deinem Protektor bevor du zu enge Haken knapp über dem Boden fliegst. Hebe bei der sogenannten „Arschlandung“ die Füße hoch und strecke sie aus. Zu Trainingszwecken kannst du es auch schon mal bei einem korrekten Landeanflug ausprobieren. Bei deinen ersten Flügen am Übungshang wird es dir vielleicht eh auch schon mal passiert sein. Es ist nur halb so schlimm.

Viele Gurtzeuge dämpfen bei einer Protektorlandung ganz gut. Allerdings sind die ganz leichten Bergsteigergurte eher minimalistisch und bieten hier wenig Schutz.

Die Position

Die Position ist ein vorgegebener Bereich am Landeplatz in dem die überschüssige Höhe abgebaut wird. Die Position am Landeplatz in Werfenweng befindet sich bei Wind aus West (von Werfenweng aus kommend in Richtung Talstation) über der Baumreihe. (Bild 3).
Die Position sollte von Gleitschirm- und Drachenpiloten in mind. 70m bis 100m angeflogen werden. Da bei dieser Windrichtung eine Rechtsvolte vorgeschrieben ist, drehst du übersichtliche flache Rechtskreise ohne große Schräglage mit mittlerem Gewichtseinsatz. Bei der gesamten Landeeinteilung werden nur moderate Kreise ohne große Querlagen und Pendeln geflogen.
Du bleibst konzentriert und beobachtest andere anfliegende Piloten und den Wind. In der Position beginnst du mit der Landeinteilung und blickst dabei immer wieder Richtung Peilpunkt und dem gedachten Gegenanflug.

Der Peilpunkt ist, wie der Name schon sagt, zum Peilen gedacht. Hinzu kommt dann noch die Ausgleitstrecke. Dadurch erhälst du den Landepunkt. Die Ausgleitstrecke ist beim Drachenflieger bedingt durch den Bodeneffekt, sowie aufgrund besserer Gleitleistung und Geschwindigkeit, länger. Beim Gleitschirm kann man die Ausgleitstrecke vernachlässigen. Versuche während deiner Positionskreise ein Gefühl für die richtige Abflughöhe zu bekommen. Die Einschätzung für die Neigung der Linie zwischen Auge und Peilpunkt ist besonders wichtig. Das Grundsystem der Landeeinteilung ist nämlich die Peilung und die Winkelabschätzung. Du schaust, in welchem Winkel du dich zum Peilpunkt befindest. Beträgt dieser etwa 45° ist es ein guter Zeitpunkt um den Abflug von der Position in den Gegenanflug zu beginnen.
Der Pilot entscheidet hier also, ob er in den Gegenanflug geht oder noch einen weiteren Kreis fliegt. Nach jedem Kreis triffst du eine neue Entscheidung. Bist du noch hoch genug dann musst du hier noch weitere Kreise fliegen.
Merke: Nur wenn du dir ganz sicher bist, noch einen Kreis zu schaffen, fliegst du auch noch einen. Hast du Zweifel dann lass es bleiben und gehe in den Gegenanflug über.

Du wirst spüren, dass an manchen Tagen mehrere Kreise mit gleicher Ausgangshöhe geflogen werden können, an anderen wiederum nicht. Jeder Tag ist ein wenig anders zum Fliegen. Das alles macht das Gleitschirm- und Drachenfliegen ja auch so interessant. Nimm im Anflug eine relativ aufrechte Körperhaltung ein. Damit hast du mehr Übersicht und auch die anderen Piloten besser im Blick. Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist, dass das System Gleitschirm und Gurtzeug stabiler und bei Turbulenzen sicherer ist.

Bild 3: Landeeinteilung bei Westwind (Abbildung oben)

Bild 3: Landeeinteilung bei Westwind (Abbildung oben)

Ostwind am Landeplatz
Die Position bei Ostwind (Wind vom Bischling aus kommend) führst du im Landeplatzbereich und noch vor den Häusern durch (Bild 4). Dabei wird eine Linksvolte geflogen. Achte darauf dass du nicht zu nahe am Hang fliegst. Auch hier gilt, bist du dir nicht mehr sicher ob du noch einen Kreis schaffst, dann fliege keinen mehr und begebe dich in den Gegenanflug. Hierbei kannst du bei Bedarf den Gegen-, Quer- und Endanflug verlängern oder verkürzen.

Bild 4: Landeeinteilung bei Ostwind am Landeplatz Werfenweng

Bild 4: Landeeinteilung bei Ostwind am Landeplatz Werfenweng

Wenn viele Piloten bei deiner Landeeinteilung im Anflug sind.
Ist am Landeplatz mit viel Flugbetrieb zu rechnen, kann man in einer „alternativen Position“ die überschüssige Höhe abbauen. Siehe blaue Landeeinteilung (Bild 5). Achte hierbei darauf dass du bei dieser Variant eventuell den Flugweg anderer Piloten kreuzt und halte dann genügend Abstand. Suche dir als alternative Position auf alle Fälle einen freien Platz.

Bild 5: Alternative Position bei viel Flugbetrieb

Bild 5: Alternative Position bei viel Flugbetrieb

Wind am Landeplatz
Weht kein Wind am Landeplatz kann auch ein Anfänger die Vollkreise an der Position gut halten. Weht Wind, dann kommt die Abdrift hinzu (Versetzung durch den Wind). Bei mittelern Windgeschwindigkeiten am Landeplatz wird es dich bei den Positionskreisen abtreiben, ähnlich einen Schwimmer in fließenden Gewässern.
Um dies darzustellen ist der Landeplatzsimulator besonders gut geeignet. Du wirst sehen wenn du das Windprofil veränderst und stärkeren Wind eingibst, werden deine Kreise nicht mehr schön rund sondern bestenfalls Oval oder ähnlich einer Eiform. Die blauen Kreise (Bild 6) am Landeplatz dienen zur besseren Anschaulichkeit der Abdrift bei Wind. Übe oft bei unterschiedlichem Wind. Dadurch wird sich dein Gefühl für die Abdrift schnell erhöhen.
Bei Wind am Landeplatz musst du also den Windversatz ausgleichen und bei jedem Kreis ein wenig Richtung Position fliegen. Machst du das nicht, wirst du abgetrieben und der Wind versetzt dich immer weiter in den Gegenanflug. Je stärker der Wind desto ausgeprägter der Versatz des Para- oder Hängegleiters. Wenn du zu weit vom Wind versetzt wirst, besteht die Gefahr, dass du den Landeplatz gegen den kräftigen Wind nicht mehr erreichen kannst. Wenn du einen Winkel von etwa 45° von der Position aus zum Peilpunkt hast, dann gehe in den Gegenanflug.

Bild 6: Weht kräftiger Wind aus Richtung Werfenweng (West), wirst du in der Position beim Kreisen in Richtung Bischling abgetrieben.

Bild 6: Weht kräftiger Wind aus Richtung Werfenweng (West), wirst du in der Position beim Kreisen in Richtung Bischling abgetrieben.

Anpassen der Positionskreise bei Wind
Bei kräftigerem Westwind wirst du also von der Position (roter Kreis) in Richtung Bischling abgetrieben siehe die blauen Abdrift Kreise. Damit es erst gar nicht so weit kommt, fliege bei Punkt 1 (Bild 7 gelbe Linie) wieder zu den ursprünglichen roten Positionskreisen.

Achtung, wenn du bei deutlichem Wind aus West von den roten Positionskreisen in den Gegenanflug fliegst hast du eine deutlich höhere Geschwindigkeit und höheres Sinken. Deshalb musst du dadurch früher als üblich in den Queranflug drehen.
Merke: zu deiner Fluggeschwindigkeit kommt noch die Windgeschwindigkeit hinzu. Dadurch werden auch bei schulungstauglichen Schirmen (Kategorie A) 50 km/h schnell erreicht.

Bild 7: Lass dich nicht vom Wind Richtung Bischling abtreiben und fliege rechtzeitig den Vorhaltewinkel (gelbe Linie)

Bild 7: Lass dich nicht vom Wind Richtung Bischling abtreiben und fliege rechtzeitig den Vorhaltewinkel (gelbe Linie)

Gegenanflug

Gegenanflug
Du hast die Position verlassen und befindest dich im Gegenanflug, im Gegenanflug fliegst du meist mit erhöhter Geschwindigkeit weil du ja nun mit dem Wind fliegst. Durch den Rückenwind hat man häufig nicht so viel Zeit um Entscheidungen zu treffen außer man hat lange Landeplätze wie es in Werfenweng und St. Johann der Fall ist. Der dargestellte Gegenanflug wird bei Westwind geflogen. (Bild 8)

Bild 8: Der Gegenanflug wird bei Westwind entlang am Fuße des Übungshanges Richtung Bischling geflogen

Bild 8: Der Gegenanflug wird bei Westwind entlang am Fuße des Übungshanges Richtung Bischling geflogen

Nach verlassen der Position kommt der Gegenanflug
Der Winkel wird immer flacher und du sollst in weiterer Folge die Entscheidung für den Queranflug treffen. Sowohl bei der Rechts als auch bei der Linkslandevolte in Werfenweng fliegst du im Gegenanflug am neuen Übungshang vorbei. Hier darf natürlich nicht zu nahe am Hang geflogen werden um gegebenenfalls ein wenig auszuholen zu können. Bei der Linkslandevolte bietet sich die Verlängerung des Gegenanfluges Richtung Werfenweng geradezu an. Hier wird das Tal breiter und du hast am Ende viel Platz für den Queranflug. Bei der Rechtslandevolte solltest du den Queranflug auf alle Fälle vor dem Bauernhof und dem Haus an der Straße gestalten. Vergiss nicht, schon bei mäßigen Wind fliegt du mit erhöhter Geschwindigkeit und es versetzt dich schnell nach hinten. Daher bei stärkerem Wind rechtzeitig den Queranflug einleiten. Fliege im Zweifelsfall lieber ein wenig zu hoch ein. Du hast ja im Bedarfsfalle in Richtung Werfenweng noch genügend Weg zur Verfügung. Der richtige Zeitpunkt für das Eindrehen in den Queranflug ist natürlich Erfahrungssache und muss geübt werden. (Bild 9)

Bild 9: Der Gegenanflug wird bei Ostwind ebenfalls am Fuße des Übungshanges entlang aber in Richtung Werfenweng geflogen

Bild 9: Der Gegenanflug wird bei Ostwind ebenfalls am Fuße des Übungshanges entlang aber in Richtung Werfenweng geflogen

Gegenanflug verkürzen oder verlängern
Der Gegenanflug wird parallel zum Endanflug geflogen und kann natürlich verkürzt oder ein wenig erweitert werden (Bild 10). Die dicke Linie a ist der normal geflogene Gegenanflug mit c1, c2, c3 wurde der Gegenanflug verkürzt mit b1 und b2 verlängert. Natürlich sollte immer noch genügend Höhe für einen schönen langen Endanflug vorhanden sein. Die dünnen Linien unten zeigen keinen Endanflug, nur die dicke Linie zum Punkt hat einen ausreichend langen Endanflug. Die Flughöhe wird dauernd überprüft und es wird laufend zum Peilpunkt geblickt.

Bild 10: Variationen des Gegenanfluges mit dem Paragleiter

Bild 10: Variationen des Gegenanfluges mit dem Paragleiter

Queranflug

Im Queranflug hat man noch viele Möglichkeiten von Korrekturen. Man kann zum Beispiel früher oder später in den Endanflug übergehen, eventuell sogar noch eine Schlaufe fliegen um die überschüssige Höhe abzubauen (Bei der praktischen Sopi Prüfung gilt die Schlaufe allerdings als Wiederholungsflug). Wenn du beim Eindrehen in den Queranflug etwa die doppelte Flughöhe zur Verfügung hast, welche du für das Erreichen des Landepunktes brauchst, ist es meist ein guter Zeitpunkt zum Einlenken in den Queranflug.
Richtig sind hier wiederum sanft geflogene Schlaufen mit gefühlvollem Steuerleineneinsatz ohne Pendelbewegungen. Ständige Peilung im Queranflug ist das Rezept um später in die Nähe des Landepunktes zu kommen. Die Steuerleinen befinden sich auf leichten Gegendruck, so wie du es vom aktiven Fliegen gewohnt bist.
Bei der Rechtsvolte befindet sich der Queranflug idealerweise vor den Gebäuden in Richtung Strasse.

Bild 11: Bei der Rechtsvolte sollte der Queranflug vor den Häusern geflogen werden.

Bild 11: Bei der Rechtsvolte sollte der Queranflug vor den Häusern geflogen werden.

Bist du im Queranflug viel zu hoch, kannst du eine Schleife wieder zurück fliegen, ungefähr an den Ort an dem du vorher mit dem Queranflug begonnen hast (siehe Bild 15 u. Bild 16 „abachtern“). Bei Schleifen im Queranflug sind alle Kurven zum Landeplatz gerichtet wie beim Fliegen am Berg bei dem die Kurven immer weg vom Berg geflogen werden. Manchmal trägt es durch Thermik am Landeplatz ganz gut. Dann kannst du diese Methode auch hervorragend anwenden.

Bild 12: Den Queranflug bei Ostwind fliegst du leicht außerhalb des Landepaltzes, hier gibt es genügend Raum auch für das abachtern.

Bild 12: Den Queranflug bei Ostwind fliegst du leicht außerhalb des Landepaltzes, hier gibt es genügend Raum auch für das abachtern.

Endanflug

Nach dem Queranflug drehst du in den Endanflug ein. So wie bei den vorgegangen Kreisen werden die Kurven sanft und ohne Aufschaukeln geflogen. Bist du am Landeplatz in Werfenweng im Endanflug, hast du eine große Landewiese vor dir. Du richtest dich auf und nimmst eine leichte Schrittstellung ein. Die Schrittstellung verhindert, dass der Pilot wieder nach hinten in das Gurtzeug gepresst wird und ermöglicht so das Halten der optimalen aufrechten Körperposition.

Der Landeplatz fällt ein wenig in Richtung Werfenweng ab. Das verlängert den Endanflug sogar noch und du gleitest weiter als gewohnt. Aber nur nicht nervös werden, denn zwischen dem oberen Landeplatz und der nachfolgenden Wiese befindet sich eine große Lücke in der Baumreihe, durch welche du hindurch-fliegen kannst, wenn die Höhe noch zu groß ist. Die untere Wiese ist zwar kein offizieller Landeplatz, aber gerade für Drachenflieger, die aufgrund des Bodeneffektes in niedriger Höhe noch sehr lange gleiten oder auch für Gleitschirm-Anfänger ist dies ein gute Landemöglichkeit, wenn die Landewiese für den Endanflug nicht „ausreicht“. Mit einem langen Endanflug hast du genügend Zeit den Gleitschirm eine längere Zeit zu stabilisieren und letzte Korrekturen über die Steuerleine vorzunehmen.

Bild 13: Endanflug bei Westwind aus Richtung Werfenweng

Bild 13: Endanflug bei Westwind aus Richtung Werfenweng

Während des Einleitens des Endanfluges, sowie im Endanflug selbst musst du immer den Peilpunkt im Visier haben.
Die Steuerleinen befinden sich auf leichten Gegendruck, so wie du es vom aktiven Fliegen gewohnt bist. Mit den Steuerleinen kannst du auch noch den Gleitwinkel beeinflussen. Bist du zu tief oder hast du Gegenwind dann sollte während des Quer- und Endanfluges nicht mehr gebremst werden. Bist du zu hoch oder hast du Rückenwind, kann die Steuerleine ein wenig angebremst werden. Ein wenig heißt hier geringfügig mehr als du es vom aktiven Fliegen kennst. Vermeide es aber unbedingt als Anfänger den Gleitschirm runter zu „schütteln“. Auch ein sehr starker Steuerleinenzug sollte unterlassen werden.

Bild 14: Endanflug bei Ostwind

Bild 14: Endanflug bei Ostwind

Hast du eine zu geringe Flughöhe um in den Endanflug zu gehen, ist es meist besser im Queranflug zu landen, auf keinen Fall schnelle oder wilde Kurven riskieren. Eine Landung quer zum Wind mit ausgestreckten Beinen auf den Protektor ist dann besser.

Starker Nordwind

Sonderfall bei Nordwind am Landeplatz
Bei stärkerem Nordwind am Landeplatz, etwa ab 10 bis 15km/h (der Wind kommt schräg vom Übungshang) sollte die Position am Landeplatz in Richtung Straße und ein wenig weiter außerhalb des Landeplatzes gelegt werden und mit einer Linkslandevolte geflogen werden. Man vermeidet damit die Turbulenzen im Landebereich. Auch sollte man sich nicht zu weit nach hinten versetzen lassen. Eventuell die Landung auf der vorderen Wiese durchführen. (Bild 17)

Nordwind am Landeplatz herrscht häufig bei NW, NNW, NO, NNO Wetterlagen. Speziell im Frühjahr und Frühsommer sind diese Wetterlagen ab dem frühen Nachmittag sehr trickreich und kein Flugwetter für Anfänger und Wenigflieger. Vom Startplatz aus wird diese Windsituation oft falsch gedeutet. Bitte unbedingt vor dem Sart Infos einholen. Im Spätherbst und in den Wintermonaten kann in der Regel trotz Nordlagen auf Grund des „Kaltluftsees“ am Landeplatz noch gut geflogen werden.

Bild 17: Bei einer Nordkomponente am Landeplatz, meide die ursprüngliche Position und verlagere sie in Richtung Werfenweng. Der Gegenanflug und der Queranflug sollten andersherum geflogen werden

Bild 17: Bei einer Nordkomponente am Landeplatz, meide die ursprüngliche Position und verlagere sie in Richtung Werfenweng. Der Gegenanflug und der Queranflug sollten andersherum geflogen werden

Abachtern

Bei Wind am Landeplatz wird die Position und der Gegenanflug weggelassen und die Landeeinteilung mittels Abachtern geflogen. Du fliegst also Schlaufen im Luvbereich des Landeplatzes, achte aber drauf das du dich nicht durch den Wind nach hinten versetzen lässt. (Bild 15)

Bild 15: Abachtern bei Westwind

Bild 15: Abachtern bei Westwind

Bei Schleifen im Queranflug sind alle Kurven wiederum zum Landeplatz gerichtet, so wie es beim Fliegen am Berg die Kurven immer weg vom Berg geflogen werden. Manchmal trägt es durch Thermik am Landeplatz ganz gut. Dann kannst du diese Methode auch hervorragend anwenden. (Bild 16)

Bild 16: Abachtern bei Ostwind

Bild 16: Abachtern bei Ostwind

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